Interessengemeinschaft Steinheimer Altstadtbewohner e.V.
Interessengemeinschaft Steinheimer Altstadtbewohner e.V.

Wie alles begann

In den Jahren zwischen 1950-1970 konnte man eine Flucht der Anwohner aus den Altstadtbereichen der deutschen Städte feststellen. Bausubstanz und Wohnqualität in den Fachwerkhäusern waren oft schlecht und man fühlte sich in der Enge der Altstädte nicht mehr wohl. Wer es sich leisten konnte, baute neue Häuser in den Außenbezirken oder suchte Platz in den modernen Wohnblöcken, die überall entstanden. So auch in Steinheim.

 

Das führte dazu, dass auch in der Steinheimer Altstadt oft alte und weniger vermögende Menschen in ihren dringend sanierungsbedürftigen Häusern zurückblieben. Der Altstadtbereich verfiel zunehmend. Da die Mietkosten sehr gering waren, kamen jetzt auch die wenig zahlungskräftigen Gastarbeiter, in Steinheim vor allem spanischer Nationalität, ins Quartier.

 

Mit der Erstellung eines Sanierungskonzeptes für die komplette Steinheimer Altstadt kam die Trendwende. Ziel war es die Infrastruktur zu verbessern und finanzielle Anreize zur Sanierung der Häuser anzubieten.

 

In der historischen Steinheimer Altstadt tat sich daraufhin eine Menge. Das Land Hessen, die Stadt Hanau und die Hausbesitzer investierten viele Millionen Euro in die Sanierung der Altstadthäuser. Viele, der von jungen Familien gekauften Fachwerkhäuser, erstrahlten in neuem Glanz. Straßen und Plätze wurden neu gestaltet und gepflastert. Huttenhof und Marstall sowie Schlosshof und Burgfried wurden vor dem Verfall gerettet und im Schlossgarten entstand ein kleiner öffentlicher Park der besonderen Art. Als letzte größere Maßnahme wurde unsere gotische Altstadtkirche mit dem Wehrturm saniert.

 

Durch diese aufwendige Sanierung verbesserte sich die Lebensqualität in der Altstadt sehr deutlich. Viele, die zuvor der Enge der Altstadt entflohen waren, kehrten zurück und die Bevölkerungsstruktur änderte sich erheblich. In der Altstadt zu wohnen und zu leben wurde wieder „in“.

 

Das wunderbare Ambiente führte dazu, dass eine hohe Dichte an Gaststätten entstand, die alljährlich viele tausend Besucher in die Altstadt locken. Trotz dem neu geschaffenen Altstadtparkplatz bei der Villa Stokkum und den Parkplätzen unter der Mainbrücke fuhren viele Gaststättenbesucher in die Altstadt um dort zu parken. Den Anwohnern wurde oft die Möglichkeit genommen wohnungsnah oder überhaupt in der Altstadt zu parken.

 

Schon 1976 entstand ein Gemälde von Jacques Oerter, das die Parksituation am Platz des Friedens realistisch abbildet.

 

Ein massiver Interessenkonflikt zwischen Gastwirten, Besuchern und Anwohnern in der Altstadt war geboren. Die eine Seite wünschte sich am liebsten Verhältnisse wie in Sachsenhausen, die andere verteidigte ihr Recht auf Nachtruhe und sprach sich für die Nutzung der vorhandenen Parkplätze ausschließlich durch Anwohner aus.

 

In diesem Spannungsfeld wurde von engagierten Anwoh-nern am 10. Januar 1987 eine Bürgerversammlung zum Thema “ruhender Verkehr” einberufen. Bei den dabei heftig geführten Diskussionen, wurde beschlossen einen neuen Verein zu gründen. Dieser sollte zum Ziel haben, ein Sprachrohr gegenüber der Stadt Hanau und den Gaststätten zu sein. Am 2. August war es dann soweit: die ISTA wurde von fünfzehn Anwohnern gegründet.

 

Die erste Satzung konzentrierte sich zunächst nur auf verkehrstechnische Ziele. Im Laufe der Zeit wurde klar, dass allein die Sorge um die Parkplätze als Vereinszweck zu kurz gegriffen war. Die Satzung wurde um weitere Ziele erweitert: Förderung der Kultur in der Altstadt, Stärkung des gutnachbarlichen Zusammenlebens, materielle Unterstützung von Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der Lebensqualität.

 

 

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